Medizinischer Bedarf

Jede Therapie spricht bei einigen Patienten an („Responder“) und bei anderen nicht („Non-Responder“). Leider kann der Arzt vor Einsatz der Therapie nicht erkennen, ob der Patient ein Responder oder ein Non-Responder ist. Diese Tatsache hat verheerende Folgen in der Krebsvorsorge:

  • Die Mehrheit der mit Medikamenten behandelten Krebspatienten sind Non-Responders1. Für jeden von ihnen hat die Therapie von vornherein keine Erfolgsaussicht.
  • Am Ende der monatelangen Therapie eines Non‑Responders ist der Krebs weiter vorangeschritten. Dabei ist kostbare Zeit für andere Behandlungen verloren gegangen, die in einem früheren Stadium gewirkt hätten.
  • Die Nebenwirkungen, die viele Non-Responder erleiden, führen zu einer unnötigen Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität.
  • Die enormen Kosten der Krebstherapien für die große Anzahl der Non-Responder sind eine sinnlose Belastung für das Gesundheitssystem und die Mitversicherten.

Aus diesen Tatsachen geht hervor, dass ein dringender Bedarf an Medikamenten besteht, die eine höhere Spezifität für Krebszellen aufweisen (Targeted Therapien), als auch an Biomarker, die in der Lage sind, das Therapieansprechen vorherzusagen (prädiktive Biomarker). Dieser Bedarf wird in der Zukunft zunehmen, da das kontinuierliche Wachstum der Weltbevölkerung2 zu einem stetigen Anstieg der Krebsinzidenz und der Nachfrage nach Krebstherapien führen wird.

  1. Marrer E & Dieterle F (2008) Biomarkers in Oncology drug development: rescuers or troublemakers? Expert Opini Drug Metab Toxicol 4:1391-1402.
  2. Weltweit wird sich die Zahl der älteren Menschen (60 Jahre oder älter) von 962 Millionen im Jahr 2017 auf 2,1 Milliarden im Jahr 2050 erhöhen. In Europa sind 25% der Bevölkerung bereits 60 Jahre oder älter. Dieser Anteil wird 2050 voraussichtlich 35% erreichen (United Nations, Department of Economic and Social Affairs (June 2017) World Population Prospects: The 2017 Revision).