Medizinischer Bedarf

Jede Therapie spricht bei einigen Patienten an („Responder“) und bei anderen nicht („Non-Responder“). Ebenso wird es für jede Nebenwirkung einer Therapie einige Patienten geben, die anfällig sind und andere, die nicht-anfällig sind. Leider kann der Arzt vor Einsatz der Therapie nicht erkennen, ob der Patient ein Responder oder ein Non Responder ist, und ob er anfällig oder nicht-anfällig auf eine Nebenwirkung ist. Diese Tatsache hat verheerende Folgen in der Krebsvorsorge:

  • 75% der Krebspatienten, die mit Medikamenten behandelt werden, sprechen auf diese nicht an, d.h. sind Non-Responders1,2. Für jeden von ihnen und für den behandelnden Arzt hat die Therapie von vornherein keine Erfolgsaussicht.
  • Am Ende der monatelangen Therapie eines Non‑Responders ist der Krebs weiter vorangeschritten. Dabei ist kostbare Zeit für andere Behandlungen verloren gegangen, die in einem früheren Stadium gewirkt hätten.
  • Die schweren Nebenwirkungen, die viele Non-Responder der Chemotherapien erleiden, führen zu einer unnötigen Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität.
  • Die enormen Kosten der Krebstherapien der großen Anzahl von Non-Respondern sind eine sinnlose Belastung für das Gesundheitssystem und die Mitversicherten.

Es liegt auf der Hand, dass ein dringender Bedarf an Medikamenten mit höherer Spezifität für Krebszellen besteht (Targeted Therapien), ebenso wie an Biomarkern von Krebs- und Patientenzellen, welche das Therapie-Ansprechen und die Therapie-Nebenwirkungen vorhersagen können. Dieser Bedarf wird in der Zukunft steigen, denn das kontinuierliche Wachstum der Weltbevölkerung im Alter über 60 Jahren3 wird zwangsläufig zu einer stetigen Erhöhung der Krebsinzidenz und der Nachfrage an medikamentösen Krebstherapien führen.

  1. Marrer E & Dieterle F (2008) Biomarkers in Oncology drug development: rescuers or troublemakers? Expert Opini Drug Metab Toxicol 4:1391-1402.
  2. Spear BB, Heath-Chiozzi M & Huff J (2001) Clinical application of pharmacogenetics. Trends Mol Med 7:201‑204.
  3. Weltweit wird sich voraussichtlich die Zahl der älteren Menschen (60 Jahre oder älter) mehr als verdoppeln, von 841 Millionen Menschen in 2013 bis über 2 Milliarden in 2050 (United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division (2013). World Population Ageing 2013. ST/ESA/SER.A/348. Seite xii)